10 Insider Tipps für Die Höhle der Löwen

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10 Insider Tipps für Die Höhle der Löwen

Es geht wieder los! Die Aufzeichnungen für die dritte Staffel „Die Höhle der Löwen“ sind in vollem Gange!
Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht …, jetzt ist es tatsächlich schon wieder ein ganzes Jahr her, seit wir uns mit Little Lunch in die Studios von Vox gewagt haben.

Fazit: es war ein geiles Jahr! Erst die Löwen überzeugt, dann ein bisschen Startkapital eingesammelt und Stand heute das erfolgreichste Startup seit Beginn der Show in Deutschland (nach Umsatz).

 

Aber lasst uns erst mal ein bisschen zurück spulen: Eigentlich hatten wir gar nicht geplant uns bei der Show zu bewerben, weil wir nicht sicher waren was wir davon halten sollten. Ist das nicht doch alles nur Fake? Und warum auch immer, hatte ich wenige Tage vor Bewerbungsschluss doch kurzfristig die Eingebung eine schicke HTML Email mit dem Titel „Littlelunch wagt sich in die Höhle“ zu basteln und in Richtung VOX zu schicken. Dass wir dann nur wenige Tage danach in die nächste Bewerbungsrunde kamen, hätte ich nie erwartet. Jetzt, mehr als ein Jahr danach, sitzen hier plötzlich mehr als 10 Mitarbeiter, unser Büro ist um einiges schicker und größer, der Umsatz ist explodiert und ich mache nichts mehr anderes als Meetings….meeetings meetings. Wahnsinn … aber echt cooler Wahnsinn!

 

Während der Vorbereitung auf die Show, habe ich natürlich viele Interviews der Gründer der ersten Staffel gelesen und habe auch versucht sie persönlich zu erreichen. Da ich aber das Gefühl hatte, dass das Interesse auf Informationsteilung nicht so groß war, habe ich mir fest vorgenommen, jedem der fragt auch alles zu erzählen was ich persönlich vor und nach der Show gerlernt habe. Vor allem in den letzten Wochen sprach ich sehr häufig mit allen möglichen Gründern, die es wahrscheinlich in die Show geschafft haben oder es zumindest vorhaben und dabei sind die Fragen sehr oft die selben, die ich mir vor einem Jahr auch gestellt habe.

 

Also jetzt nochmal für alle: meine Top 10 Tipps für deinen Pitch bei #DHDL

1. Die Vorbereitung – Training

Was man sehr oft liest ist, hol dir einen professionellen Pitch Coach, nimm dich selbst unendlich oft auf Video auf und natürlich: Üben, üben, üben.
Bei uns war das… so ähnlich! Nur ohne Coach, ohne Videos und ohne üben oder üben oder üben. Die peinliche Wahrheit ist, ich habe meinen Pitch morgens auf dem Weg vom Hotel ins Studio halb auswendig gelernt und dachte mir nur wie blöd man sein kann, alles auf die letzte Sekunde zu schieben (wie immer). Mein Tipp ist also, übertreibt es nicht! Es gibt nichts schlimmeres als einen steifen und auswendig gelernten Pitch der euch aussehen lässt wie ein Roboter. Nehmt euch denjenigen aus eurem Team der am besten frei rausquatschen kann, lasst ihn das Reden übernehmen und am besten tragt ihr das ganze auch noch 2 mal euren Freunden vor (das ist Peinlichkeits-Training genug).

2. Der Pitch

Sympathie!! Das sollte die oberste Regel sein. Ein super Produkt oder die besten Zahlen, helfen euch nicht, wenn euch kein Schwein leiden kann. Stellt es euch einfach als erstes Date vor und du willst erstmal das Eis brechen. Das kann gerne auch mal witzig sein, aber bitte nicht übertreiben. Wenn Ihr das geschafft habt, ist alles weitere viel einfacher. Aber was dabei noch viel wichtiger ist, sind die Zuschauer: wo sonst hat man die Möglichkeit sich 2,5 Mio Menschen zu präsentieren und diese zu potentiellen Kunden zu machen. Ein schlechter Eindruck kann da schnell sehr teuer werden.

3. Bewertung

Die Frage nach der richtigen Bewertung war für uns auch ein endloses hin und her. Eigentlich ist eine so junge Firma ohne riesige Umsätze einfach nichts wert, aber irgendwie will man dann ja doch nicht so viele Prozente abgeben und das auch noch für schäbige 50.000 €! Eh klar. Dann doch lieber mal eine 10-Millionen-Bewertung aufrufen und durch die traumhaften Wunschumsätze in den nächsten drei Jahren rechtfertigen – sounds like a plan! …ganz ganz schlechter Plan. In der Show geht es nicht darum, unsummen an Geld einzusammeln, sondern Investoren einzusammeln. Würde ich umrechnen, was ein Frank Thelen oder eine Judith Williams uns als Investoren gebracht haben, hätte ich eher noch Geld mitbringen müssen anstatt es zu nehmen. Leider vergessen das viele Gründer. Kurz gesagt: weniger ist mehr – aber natürlich auch nicht unter Wert.

4. Kennt eure Zahlen

Einer der wichtigsten Punkte ist es, eure Zahlen exakt und ohne „ähm“, „aber“, „weil“ zu präsentieren. Ganz simpel: das ist unser Einkaufspreis, das ist unser Verkaufspreis. Und bitte denkt erst gar nicht daran, dass diese Information viiiel zu geheim ist um Sie der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Hier gibt es nichts zu verheimlichen. Ein Investor wird niemals in euch und euer Produkt investieren, wenn er nicht die genauen Zahlen kennt. Dass es bei Facebook den ein oder anderen Kommentar dazu geben wird, was für eine Frechheit es ist überhaupt Geld zu verdienen lässt sich so oder so nicht verhindern. Kleiner Tipp: verwendet für diese Zahlen bestenfalls ein paar coole Begriffe wie Conversion Rate oder Visits, Leads, usw. Das hört sich für das Investorenohr einfach besser an als „3 von 100 Kunden kaufen unser Dings“.

5. seid Verkaufsbereit

Das wichtigste Ziel aller Ziele muss sein, dass Ihr zum Zeitpunkt der Ausstrahlung (August, September, Oktober) euer Produkt in Umsatz verwandeln könnt. Denn diese Chance bekommt ihr nie wieder. Wenn euer Pitch zur PrimeTime bei Vox ausgestrahlt wird, schauen euch 2,5 Millionen potentielle Kunden zu, die dann (dank secondscreen) auch das Zeug haben wollen, das Ihr verkauft! Und zwar nicht nächste Woche oder nächsten Monat – sie wollen es sofort. Solltet ihr zu diesem Zeitpunkt nicht so weit sein, dann ist das ein ganz böser Fehler. Selbst wenn euer Produkt, ob App oder Suppe, noch nicht perfekt ausgereift ist – ganz egal – es wird verkauft. So viel Feedback bekommt ihr nie wieder.

6. Retargeting – Leadsammler

Wie im letzten Punkt beschrieben, werden sich zum Zeitpunkt der Ausstrahlung im besten Fall mehrere 100-tausend Zuschauer auf eure Webseite „verirren“. Also was ist zu tun? Retargeting! Das heisst, ihr setzt einen Google und einen Facebook Pixel auf eure Webseite, die sich jeden einzelnen Besuch anhand seiner IP Adresse unter den Nagel reisst. So könnt Ihr auch noch Wochen später eine perfekt ausgerichtete Werbeanzeige ausspielen, die alle Besucher, die evtl. beim ersten mal noch nichts gekauft haben, in Kunden verwandelt. Zusätzlich kann ich euch noch ganz stark ein Exit Intent Popup ans Herz legen. Sobald der Besucher die Seite verlassen will, schnappt ihr euch mit einer kleinen 10% Aktion seine Email Adresse. Diese wird bei späteren Newsletteraktionen ganz einfach wieder zu Umsatz verwandelt.

7. Produktionskapazität

Einige Monate vor der Ausstrahlung unseres Pitches war die große Frage, wie viel wir produzieren sollen. Das ist nicht ganz so einfach: soll ich wirklich 200.000€ investieren um dem Ansturm standzuhalten oder was passiert, wenn dann einfach überhaupt niemand etwas kaufen möchte?! Wir haben für die Show wirklich…wirklich viele Suppen produziert und trotzdem waren wir innerhalb kurzer Zeit komplett ausverkauft. Und das bekommt man dann von seinen Kunden auch ordentlich zu spüren. Wenn ihr also von eurem Produkt überzeugt seid, dann lasst eure Lager aus allen Nähten platzen!!

8. Mitarbeiter

Es ist ja klar, dass ein evtl. noch sehr junges Startup noch keine 10 Mitarbeiter beschäftigt. Die traurige Wahrheit aber ist: ihr werdet sie brauchen! Am Abend der Ausstrahlung haben uns mal ganz locker 3000 Emails erreicht, das Telefon hat ununterbrochen geklingelt und der Shop ist mehrmals in die Knie gegangen. In dieser Nacht haben wir also alle unsere Freunde und Familie vor jeden PC gesetzt den wir irgendwo auftreiben konnten und haben von da an viele Tage und Nächte durchgearbeitet. Unser Email Postfach hat sich jetzt, 6 Monate nach Ausstrahlung, wieder so einigermaßen beruhigt. Um genau zu sein: vor wenigen Wochen, war unser Postfach das erste mal seit September zweistellig. (da gabs erstmal ordentlich Bier)

9. Zendesk (o.Ä)

Wer es nicht kennt: Zendesk ist ein Ticketsystem, dass aus jeder Email ein virtuelles Ticket erstellt, dass Ihr dann in jeder erdenklichen Art automatisch zuordnen und beantworten könnt. Ich will nicht sagen, Zendesk ist das Maß aller Dinge, also seht es einfach als Beispiel für ein Ticketsystem, welches Ihr euch auf jeden Fall anschaffen solltet. Ein normaler Posteingang und 5 Personen, die gleichzeitig daran arbeiten sollen ist ganz einfach nicht möglich. Ein großer Vorteil ist die automatisierte Antwort „Ihre Nachricht ist eingegangen und wird innerhalb von ?? bearbeitet“. So wissen eure Kunden zumindest, dass sie nicht vergessen wurden.

10. Macht mehr draus

So populär wie in den Wochen nach der Show, werdet Ihr wohl so schnell nicht mehr. Solltet Ihr also zB ein Produkt für den Einzelhandel haben oder ähnliche Kooperationspartner suchen, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt diese anzusprechen. Auch ein Edeka oder ein REWE wissen, dass die Kunden genau jetzt auf der Suche nach eurem Produkt sind und wollen euch „Newcomer“ natürlich vor dem jeweiligen Konkurrenten im Regal stehen haben. Hier bitte keine Zeit verlieren und gleich bei XING so hoch wie nur möglich einsteigen und ein direktes Angebot machen (exklusivität für 2 Monate etc.) . Genauso funktioniert das natürlich bei digitalen Produkten – kurz vor Ausstrahlung solltet ihr eine Pressemeldung an alle App-Review-Seiten und Techzeitschriften schicken, da diese dann natürlich wesentlich interessierter an einem Test sind als zuvor.

(11.) Die Frage aller Fragen

Da mir diese Frage wohl am häufigsten gestellt wird, will ich dazu nur kurz erwähnen: Ja, ein Frank Thelen ist tatsächlich im ständigen Kontakt mit uns und ist nicht kurz nach dem Investment vom Erdboden verschluckt und In meinem nächsten Artikel geht es darum, wie die Zusammenarbeit mit den Löwen nach der Show so aussieht, wie sehr sie sich einbringen, wie viel sie entscheiden und wo sie euch helfen.

Gerne beantworte ich euch alle Fragen, die hier evtl. nicht beantwortet wurden in den Kommentaren.

 

 

Daniel Gibisch
1 Comment
  • Marc

    Ich liebe Eure Suppen

    15. Februar 2016 at 15:57 Antworten

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